Liebe(r) Freund(in)

Liebe(r) Freund(in)

Ich bin Autist. Oft ist es nicht leicht mit mir.
Aber ich gebe mir Mühe, mich anzupassen.
Wenn ich mich häufig bei dir melde, ist das
meine Art zu zeigen, dass ich dich mag.
Aber wenn ich nicht schreibe, bedeutet das
längst nicht das Gegenteil.
Manchmal habe ich Angst dich zu nerven oder
ich bin mir unsicher, ob du mich auch magst.

Wenn du dich nicht mehr meldest, nenne mir
bitte den Grund. Ich denke sonst monatelang
darüber nach, was ich falsch gemacht habe.
Wenn ich dir zu anstrengend bin, sage es mir,
wenn ich dir wehgetan habe, sage es mir,
wenn es nicht an mir liegt, sage es mir bitte
trotzdem.
Schone mich nicht – sei ehrlich!
Mir fehlt das Gefühl dafür, den Grund zu
erkennen.
Und ich möchte die Möglichkeit haben aus
meinen Fehlern zu lernen!

Ich habe soziale Ängste und es kostet mich
sehr viel Kraft mich auf andere Menschen
einzulassen.
Wenn du mir sagst was dich stört, was mich
so schwierig macht, kann ich versuchen es
beim nächsten Mal besser zu machen.
Was für dich selbstverständlich ist,
muss ich immer wieder neu lernen.

Vielleicht findest du mich kompliziert,
aber alles was du instinktiv kannst,
muss ich mit dem Verstand lösen.
Das ist unvorstellbar anstrengend
und funktioniert oft nicht fehlerfrei.

Wir beide sind so verschieden und haben doch
beide den selben Wunsch: lieben und geliebt
werden.
Bitte gib unserer Freundschaft die Chance
langsam zu wachsen – ich möchte deine Welt
kennenlernen und dir meine zeigen.
Denn ich bin mehr als meine Schwächen.

Dein(e) Freund(in)

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